|
Hallo zusammen,
am 1. Oktober hat das Amtsgericht Stuttgart das Insolvenzverfahren über Varta eröffnet, die älteste deutsche Batteriefirma. Am selben Tag hat BMW in Niederbayern ein neues Batteriewerk eröffnet, das keine einzige Zelle herstellt. Die Zellen kommen fertig an, von den chinesischen Herstellern CATL und EVE.
Dabei steht die größte Batterie des Landes längst da. In den Elektroautos auf deutschen Straßen stecken rund 158 Gigawattstunden. Alle Großspeicher in Deutschland zusammen kommen auf knapp 8.
Wir haben uns das Thema in einer Serie mit acht Teilen vorgenommen: was ein Speicher kann, woher er kommt, was er kostet und warum Deutschland ihn so wenig nutzt. Hier das Wichtigste.
◆
1. Montiert wird hier, gebaut woanders
Bosch hat 2018 entschieden, keine eigenen Zellen zu bauen. Northvolt sollte die Lücke schließen und ist gescheitert, das Gelände in Heide ist bis heute nicht verkauft. VW baut mit PowerCo als einziger deutscher Autobauer eigene Zellen, gemeinsam mit dem chinesischen Partner Gotion.
◆
2. Was 20 Gigawatt Speicher 2025 bewirkt hätten
Seit dem 1. Oktober rechnet ein Simulator des Fraunhofer ISE die echte Strombörse mit zusätzlichen Speichern nach. Ergebnis für 2025: halb so viele Stunden mit negativen Preisen, Solarstrom 35 Prozent mehr wert. Warum der Nutzen größer ist, als der Preis zeigt, liegt an einem Börsendetail: Kraftwerke bieten im Paket.
◆
3. Der Börsenpreis kennt keinen Ort
Ein Speicher kann drei Dinge: Strom verschieben, wenn er billig ist. Leitungen entlasten, wo es eng wird. Und das Netz stabil halten. Bezahlt wird fast nur das Erste. Weht im Norden viel Wind, fällt der Preis in ganz Deutschland, und ein Speicher in Bayern lädt, obwohl die Leitungen von Nord nach Süd in genau dieser Stunde schon voll sind.
◆
4. „Eher die Bremse drin"
Maximilian Fichtner leitet das Helmholtz-Institut Ulm, eines der großen Batterieforschungsinstitute Europas. Batteriespeicher stehen für ihn in Konkurrenz zu Gaskraftwerken. Weltweit würden sie viel leichter gebaut als bei uns, in Deutschland sei „eher die Bremse drin".
◆
5. Australien macht es vor
Seit Juli 2025 fördert Australien Heimspeicher mit rund 30 Prozent Rabatt. Nach gut einem Jahr waren über 500.000 eingebaut. Im zweiten Quartal 2026 setzten Batterien dort in mehr als einem Drittel der Zeit den Strompreis, Gaskraftwerke liefen so wenig wie seit 2003 nicht.
◆
Für alle, die tiefer einsteigen wollen:
Von Blei bis Natrium · Preise und Mengen · Wer die Zellen baut
◆
Was daraus folgt
Die Batterien sind gekauft, bezahlt und eingebaut. Es fehlen die Regeln, sie zu nutzen:
- Elektroautos sollen in den Stunden laden dürfen und dafür belohnt werden, in denen sonst Wind- und Solarstrom nicht erzeugt wird. Das Werkzeug dafür gibt es schon: § 13k, „Nutzen statt Abregeln".
- Ein Ortstarif: Strom, der im Quartier bleibt, zahlt nur das Ortsnetz.
- Quartierspeicher an der Ortsnetzstation, die dem Netz dienen und dafür von Netzgebühren befreit sind.
- Die neue Speicher-Gebotsform der Strombörse ab Ende 2027 auch für Bündel von Elektroautos öffnen, auch für solche, die nur laden.
◆
Energiewende er-fahrbar machen! Und ladeFreun.de ein!
◆ |