Bürgerinitiative

Strom vernichten oder fahren? Deutschland leistet sich derzeit eine dreckige Verschwendung.

Jährlich werden 10,5 Terawattstunden Ökostrom abgeregelt — genug für drei Millionen E-Autos. Gleichzeitig kostet öffentliches Laden bis zu 79 Cent pro Kilowattstunde. Die Lösung ist ein Paragraph im Energiewirtschaftsgesetz.

Steht das Windrad, steht der Standort. 10,5 TWh weggeworfen · 3 Mio. E-Autos warten
02Was eine Umdrehung wert ist

Jede Umdrehung, die nicht stattfindet, sind 62 Kilometer saubere Fahrt verschwendet!

Umdrehungen
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kWh erzeugt
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km E-Auto
0

10 kWh pro Umdrehung.
Genug für 62 km E-Auto-Fahrt.

Eine moderne 6-MW-Windkraftanlage dreht sich etwa zehnmal pro Minute. Bei Vollast erzeugt sie in einer Minute rund 100 kWh — genug für zwei volle E-Auto-Batterien. In einer Stunde: Strom für 120 E-Autos.

Wird die Anlage in Negativpreis-Stunden abgeregelt, entsteht dieser Strom gar nicht erst. Das Auto, das später fährt, wird mit teurem Graustrom aus der Abendspitze geladen.

Rechenbasis: 6 MW · ~10 U/min · 16 kWh/100 km

Europa muss jede verfügbare saubere Kilowattstunde nutzen. Wir können es uns nicht leisten, Energie wegzuwerfen, während Verbraucher unter Preisexplosionen leiden.
Dan Jørgensen · EU-Energiekommissar · im Gespräch mit der Financial Times, 02.04.2026
01Die Idee

Wenn der Strom nichts kostet, soll Laden nichts kosten.

Immer wenn zu viel Wind- oder Solarstrom im Netz ist, sinkt der Börsenpreis unter null. Das heißt: Der Abnehmer bekommt Geld dafür, dass er die Kilowattstunde nimmt. Statt diesen Überschuss in das teuerste, flexibelste Speichermedium zu schicken — die E-Auto-Batterie — wird er abgeregelt. Windräder werden ausgebremst, Solarparks gedrosselt. Die Rechnung dafür zahlen alle Stromkunden über die Netzentgelte.

Die Ladesäule ist kein Zielbahnhof für ein bestimmtes Elektron. Sie ist der Grund, warum es überhaupt entsteht. Ladefreunde · Kampagnen-Kern

Unsere Forderung: Wenn der Day-Ahead-Preis negativ ist, fallen Steuern und Abgaben auf den öffentlichen Ladestrom automatisch weg. Keine Subvention, kein Fördertopf, kein Pilotantrag. Eine Wenn-Dann-Regel im Backend der Ladesäulenbetreiber. Der Strom ist da, die Säulen stehen, die E-Autos warten — es fehlt nur das Preissignal.

Und nein — wir müssen nicht auf bidirektionales Laden warten, nicht auf flächendeckende Smart Meter, nicht auf ein Normungsgremium. Stecker rein, laden, fertig.

03Der Reflex und die Lösung

Zwei Antworten auf dieselbe Energiekrise. Eine fördert die Vergangenheit.

Reflex I — fossil
Tankrabatt — Subvention des Verbrennens
  • ≈3 Mrd. € kostet ein dreimonatiger Tankrabatt — aus Steuermitteln.
  • 100 % fossile Importrechnung: jeder Euro fließt in die Öl- und Gas-Lieferkette nach außen.
  • 0 % Beitrag zum Klimaschutz, zur Energieunabhängigkeit oder zur E-Mobilität.
Direkte Subvention des Verbrennens. Verlängert Importabhängigkeit, belastet CO2-Bilanz, nimmt Druck aus der Verkehrswende.
Reflex II — KTF
Kaufprämie aus dem KTF — Subvention beim Kauf, nichts beim Fahren
  • bis 4.500 € Bundesanteil pro E-Auto — direkter Zuschuss zum Anschaffungspreis aus dem Klima- und Transformationsfonds, ab 2026 wieder in Kraft.
  • 0 ct ändert sich am Ladestrompreis — das eigentliche Markthemmnis (79 ct/kWh an der Säule) bleibt.
  • Mitnahme Käufer, die ohnehin gekauft hätten, profitieren am meisten. Mieter ohne Wallbox bleiben außen vor.
Fördert die Anschaffung, nicht den Betrieb. Macht E-Autos billiger zu kaufen, aber nicht günstiger zu fahren — wieso Kaufprämie statt Ladestrompreis lösen?
Die Lösung
Überschussladen — erneuerbare Förderung ohne Haushaltsmittel
  • 0 € Kosten für den Bund: keine Subvention, kein Fördertopf, keine Kaufprämie.
  • 10 Mrd. € weniger pro Jahr für Abregelung — Netzentgelte für alle Stromkunden sinken.
  • 100 % physisch erneuerbarer Strom, der sonst verloren geht; jede kWh verdrängt Graustrom.
Automatische Steuer- und Abgabensuspension bei negativem Day-Ahead-Preis. Kein Antrag, kein Fördermittel­bescheid, keine neue Behörde.
04So funktioniert es

Kein Durchbruch. Nur Durchleiten.

Kein technologisches Wunder, kein neues Gerät, kein flächendeckender Smart-Meter-Rollout. Die Infrastruktur steht, die Daten sind öffentlich, die Säulen messen bereits in Echtzeit. Was fehlt, ist ein Signal, das durchkommt.

Schritt 01
Negativer Strompreis
Wenn zu viel Wind- oder Solarstrom produziert wird, rutscht der Day-Ahead-Preis an der Strombörse unter null. Heute passiert das an über 800 Stunden pro Jahr, Tendenz steigend.
Schritt 02
Abgaben fallen automatisch weg
Eine einzeilige EnWG-Regel: Bei negativem Börsenpreis werden Steuern und Netzentgelte auf öffentliches HPC-Laden suspendiert. Kein Antrag, kein Förderbescheid.
Schritt 03
Die Säule sagt: kostenlos jetzt
Strompreise negativ — zu den schon am Vortag veröffentlichten Zeitfenstern an der Ladesäule: „Kostenlos laden — Überschussstrom verfügbar.“ Stecker rein. 15 Minuten Druckbetankung. Weiterfahren.
04+Warum · Wie · Was
Warum
Wie
Was
05Elektronen mit Biographie

Wo Strom herkommt, wenn er nicht vernichtet wird.

Das Windrad-Elektron, das nie losgeschickt wird

Stell dir vor: Ein Elektron namens Erwin sitzt in einer Turbine an der Nordseeküste. Sonntagmittag, kräftiger Wind, Erwin ist voller Spannung und will ins Netz. Der Netzbetreiber sagt: „Kein Bedarf. Du bist unnütz!“ Vergiss Erwins Tatkraft. Er darf nicht arbeiten — der Betreiber bekommt stattdessen staatliche Hilfen.

Drei Kilometer entfernt steht ein E-Auto an der Ladesäule. Die App zeigt: „Jetzt kostenlos laden.“ Die Fahrerin steckt ein. Plötzlich gibt es Bedarf. Der Netzbetreiber dreht die Turbine frei — Erwin fließt, landet in der Batterie, ersetzt fossilen Kraftstoff.

Ohne das E-Auto wäre Erwin frustriert zurückgeblieben.
Das Solar-Elektron, das beinahe verglüht wäre

Sonja sitzt auf einem Hausdach in Oberbayern. Samstagmittag, Juni, wolkenloser Himmel. Sonja will raus — aber niemand braucht sie. Der Wechselrichter drosselt, das Panel läuft im Leerlauf. Sonja wartet.

Zwei Straßen weiter rollt Hubert mit seinem BMW Neue Klasse — Bayerische Motoren Werke, Hoffnungsträger einer ganzen Industrie — an die Ladesäule. Die App zeigt: „Solar-Überschuss — kostenlos tanken.“ Hubert steckt ein. Die Abregelung sinkt, Sonja fließt durch den Wechselrichter, ins Netz, in Huberts Batterie. Abends fährt er damit emissionsfrei zum Biergarten.

Statt auf dem Dach zu verglühen, bewegt sie jetzt zwei Tonnen Blech — kostenlos.
06Die Zahlen

Was verschwendet wird, ist messbar.

Abregelung pro Jahr
10,5TWh
Ökostrom jährlich abgeregelt — genug für drei Millionen E-Autos, ein ganzes Jahr lang.
Kosten pro Jahr
≈10Mrd. €
Ausgleichszahlungen für nicht erzeugten Strom, auf alle Stromkunden umgelegt über Netzentgelte.
Negativpreis-Stunden
800+ h
2025 über 800 Stunden mit negativem Börsenpreis — Tendenz steigend durch wachsenden Erneuerbaren-Anteil.
Jahresrekord 2026
−75ct/kWh
Tiefster Day-Ahead-Preis bisher — am 06. April 2026. Wer abnahm, bekam 75 Cent je kWh geschenkt.
07Wer profitiert

Alle gewinnen. Auch die, die kein E-Auto haben.

01
E-Auto-Fahrer:innen
Bis zu 1.000 € Ersparnis pro Jahr bei 15.000 km. Laden wird nicht teurer als Tanken — es wird kostenlos.
02
20 Mio. Mieterhaushalte
Erstmals bezahlbarer Zugang zur E-Mobilität, ohne eigene Wallbox, ohne Dach und PV-Anlage.
03
Ladesäulenbetreiber
Negative Einkaufspreise plus THG-Quote plus höhere Auslastung. Mehr Marge als im Normaltarif.
04
40 Mio. Stromkund:innen
Jede nicht mehr abgeregelte kWh spart Ausgleichszahlungen. Die Netzentgelte sinken — für alle.
05
Autoindustrie
Günstiger Betrieb ist das stärkste Kaufargument. Kein Fördertopf wirkt direkter als ein niedriger Ladepreis.
06
Klima
Physisch echter Ökostrom statt Greenwashing-Zertifikate. Bis zu 7 Mio. t CO2 weniger pro Jahr.
08Dein Weg

Was du tun kannst, hängt davon ab, wer du bist.

Unterschreiben

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Eine E-Mail. Eine Unterschrift. Eine Forderung: Wenn der Börsenpreis negativ ist, soll Laden an öffentlichen Säulen kostenlos sein. Keine Subvention — nur ein Paragraph.

Keine Werbung. Kein Verkauf. Kein Tracking. Widerruf jederzeit per Mail an power@ladefreun.de

Impressum

Angaben gemäß § 5 TMG
ladefreunde — Bürgerinitiative für bezahlbares Laden
68519 Viernheim, Hessen, Deutschland

Kontakt: power@ladefreun.de

Verantwortlich für den Inhalt nach § 55 Abs. 2 RStV:
Dipl.-Ing. Martin Bächle, 68519 Viernheim

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