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Ausgabe vom 30. August 2026. Zahlen und Fristen stehen auf dem Stand dieses Tages.
 
Ladefreunde

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Hallo zusammen,

Energiepolitik stützt sich auf Studien, und die kommen meist von einer Handvoll Beratungshäuser — darum ging es in einer früheren Ausgabe. Heute um die Frage dahinter: wovon ein Wirtschaftsministerium ausgeht, bevor die erste Studie beauftragt wird.

Das Ressort hat oft den Namen gewechselt. Bis 2013 lagen die erneuerbaren Energien beim Umweltministerium, danach beim Wirtschaftsressort — mal „für Wirtschaft und Energie", mal „für Wirtschaft und Klimaschutz", seit Mai 2025 wieder wie zuvor.

Die Namen wechseln. Die Grundannahme hält: Versorgungssicherheit entsteht aus großen Anlagen und langen Lieferverträgen.

Vier Stationen

1974 und 2002. Es gibt ein Instrument, mit dem ein Wirtschaftsminister eine Fusion erlauben kann, die das Kartellamt untersagt hat. Der erste Fall überhaupt war ein Energiefall, der bekannteste ebenfalls. Beide Male lautete die Begründung: Ein großer Anbieter sichert die Versorgung besser als viele kleine.

2015. Geplant war eine Abgabe auf Kraftwerksemissionen — ein Preisinstrument, das dem Betreiber die Rechnung stellt und ihm die Entscheidung lässt. Im Juli 2015 wurde sie zurückgezogen. Stattdessen gingen acht Braunkohleblöcke gegen 1,6 Milliarden Euro in eine Reserve. Der Preis fiel weg, die Zahlung an die Anlage blieb.

2021. Ein Abkommen mit Australien: Grüner Wasserstoff sollte von dort kommen. Fünf Jahre später besteht die Handelsroute aus Machbarkeitsstudien, einem Aktionsplan mit Zieljahr 2030 und einer Auktion. Dazu der Umweg selbst — Strom in Wasserstoff, Wasserstoff in Ammoniak, über 14.000 Kilometer und am Ziel zurück.

2026. Die Kraftwerksausschreibungen zielen auf Gaskraftwerke.

Wovon das Haus ausgeht →

Was in dieser Reihe nie vorkommt

„Die Verbrauchsseite."

In fünf Jahrzehnten Versorgungspolitik ist der Verbrauch die Größe, die als gegeben gilt. Er wird prognostiziert, nicht gestaltet. Er ist die Zahl, gegen die geplant wird — nie die Ressource, mit der geplant wird.

Dabei ist sie längst die billigste. In den Stunden, in denen Wind und Sonne mehr liefern, als gebraucht wird, werden Anlagen abgeregelt. Der Strom wird nicht erzeugt, bezahlt wird trotzdem.

Wer hat Interesse daran, dass sich das ändert?

Ein Kraftwerk hat einen Eigentümer, eine Interessenvertretung und eine Adresse. Es kann einen Brief schreiben, einen Termin bekommen, eine Stellungnahme abgeben. Eine verschobene Stunde kann nichts davon.

Wer abgeregelt wird, bekommt sein Geld — der Schaden ist ausgeglichen, bevor jemand ihn beklagen könnte. Wer heute von den Preisunterschieden zwischen den Stunden lebt, verdient daran, dass diese Unterschiede groß bleiben. Und wer neu dazukommt, drückt den Preis für die, die schon drin sind.

Wer an der Starre verdient →

Der Weg steht im Gesetz

Ein Elektroauto, das in einer Abregelungsstunde lädt, braucht keine neue Anlage, keinen Liefervertrag und keine Leitung. Es braucht ein Preissignal, das bis zur Ladesäule durchkommt.

Den Weg gibt es seit Ende 2023: § 13k des Energiewirtschaftsgesetzes erlaubt, dass Verbraucher gerade dann Strom abnehmen, wenn sonst abgeregelt würde. Wer dazugehört, steht in einer Festlegung der Bundesnetzagentur — drei Gruppen: Wärme statt Öl und Gas, Stromspeicher, Elektrolyseure und Großwärmepumpen. Ladeinfrastruktur ist keine davon.

Und ein Haus, für das die Verbrauchsseite als Antwort überhaupt in Frage kommt.

Wer die Regel dazu gerade schreibt

Die Netzentgelt-Ordnung, die ab 2029 gilt, wird in diesen Wochen festgelegt. Sie heißt AgNes und entscheidet, wer die Stromnetze bezahlt — und wer ein Preissignal bekommt. Für Haushalte ist darin bisher keines vorgesehen.

Jede Privatperson kann dazu Stellung nehmen. Es ist der eine Vorgang in diesem Jahr, in dem die Verbrauchsseite eine Adresse bekommt.

Frist: 18. September
Vier Auswahlen, zwei eigene Sätze — die Seite bringt deine Eingabe in die Form, die die Beschlusskammer im Beschluss beantworten muss. Abgeschickt wird sie von dir.
Jetzt Stellung nehmen →

Am Mittwoch sehen wir uns an, warum dieses Instrument seit zwei Jahren fast leer läuft — und warum nicht einmal die Elektrolyseure hineingehen, obwohl das Gesetz ihnen die Tür weiter aufhält als allen anderen.

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Die vier Stationen oben stehen selten nebeneinander. Wer sie einmal in dieser Reihenfolge gelesen hat, erkennt die nächste Ankündigung sofort wieder.

Petition →

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