Hallo zusammen,
diese Woche lag bei mir ein Brief im Kasten, den viele von euch auch kennen: Strompreis-Anpassung, plus 2,74 Cent pro Kilowattstunde. Ich habe nachgesehen. Und herausgekommen ist eine kleine Reise in sechs Stationen, an deren Ende ausgerechnet das steht, wofür wir hier alle unterschreiben. Kommt mit.
 ● Börsenstrompreis diese Woche, Stunde für Stunde: mittags drückt die Sonne den Preis gegen null, abends setzen die Gaskraftwerke die teure Spitze. Quelle: Energy-Charts, Fraunhofer ISE
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1. Der Brief, der mit dem Finger in die falsche Richtung zeigt
Plus 2,74 Cent — und schuld sind nicht Wind und Sonne. Was wirklich treibt, ist die fossile Abendspitze — mit Verspätung auf der Rechnung.
2. Der Schutz vor Preissteigerungen
Über das EEG reden einige als Kostenblock. Aber die andere Seite der Bilanz ist viel interessanter: Wind und Sonne drücken den Börsenpreis und sparen zweistellige Milliarden an Importen und Umweltschäden. Bezahlt haben das vor allem ganz normale Leute mit Dach und Balkon.
3. Die „Solarspitze" — angeklagt, dabei ist sie ein Geschenk
Mittags zu viel billiger Solarstrom gilt als Problem. Dabei ist genau das die preisdämpfende Wirkung der Photovoltaik — und sie liefert längst nicht nur mittags, sondern über Ost-West auch morgens und abends. Das Problem ist nicht zu viel Sonne, sondern dass wir sie nicht nutzen.
4. Wenn die Förderung den Umweg belohnt
Jetzt wird's kurios: Wer seinen Solarstrom voll ins Netz schickt, bekommt mehr Geld, als wenn er ihn selbst nutzt. Auf dem Umweg übers Netz wird die Kilowattstunde zum Vehikel für Steuern und Gebühren. Wer beides will, muss sein Dach in zwei Anlagen aufspalten — mit zwei Zählern. Geht's noch?
5. Dach voll machen — und warum die Politik gerade dagegen rudert
Das Gerüst steht nur einmal, also gehört das Dach voll belegt; sogar Nord- und Ost-West-Flächen rechnen sich heute. Dumm nur, dass Solarspitzengesetz, Verunsicherung und Solar-Bashing den Anreiz gerade in die Gegenrichtung schieben. Der kluge Ausweg ist — Überraschung — genau unsere Linie.
6. Voll im Sommer, leer im Winter — der bessere Speicher
Der Heimspeicher ist sympathisch, hilft dem System aber wenig (sommers voll, winters leer). Ein gemeinsamer Quartierspeicher kann mehr: auch für Mieter, netzdienlich, spart Netzausbau.
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Und was hat das alles mit uns zu tun?
Alles. Die fossile Abendspitze, die deine Rechnung treibt, lässt sich kappen — mit Strom, der mittags günstig „getankt" und abends genutzt wird. Genau das ist unsere Forderung: die zeitliche Erweiterung des §13k EnWG, damit das Marktsignal bis an die Ladesäule durchschlägt. Nicht abregeln, sondern nutzen. Davon profitieren am Ende alle — nicht nur die mit E-Auto.
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