Hallo zusammen,
nach dem Spanien-Special geht die Urlaubsreise weiter, diesmal nach Italien — angeregt von einem Leser, der wissen wollte, wie man dort eigentlich günstig lädt. Daraus ist ein ganzer Italien-Block geworden: ein Land mit viel Sonne, einer erstaunlichen Stromgeschichte und ein paar Eigenheiten, die deutsche Augen ungläubig machen. Fünf Stationen.
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1. Drei Kilowatt — und ein digitaler Zähler
Der italienische Standard-Haushaltsanschluss liefert nur rund drei Kilowatt; wer Backofen, Klimaanlage und Föhn gleichzeitig laufen lässt, sitzt schnell im Dunkeln. Genau dieser knappe Anschluss machte Italien zum Smart-Meter-Pionier: Schon ab 2001 tauschte Enel 30 Millionen Zähler gegen digitale, Jahre vor allen anderen. Eine Geschichte über Sparzwang, der zum Vorsprung wurde.
2. Sonnenstrom im Wellengang
Italien hat seine Solarenergie in Schüben ausgebaut: ein überhitzter Boom unter dem „Conto Energia", ein abrupter Stopp, jetzt ein neuer Schub auf über 43 Gigawatt. Ein Lehrstück darüber, wie Förderregeln den Ausbau erst anfachen und dann ausbremsen — und wie daraus heute Energiegemeinschaften werden.
3. Laden im Urlaub: die richtige Karte zählt
Italien hat niedrige Strompreise, aber wer mit der deutschen Universal-App lädt, zahlt trotzdem deutsche Preise — der Roaming-Aufschlag macht's. Wie man die Falle umgeht, was Laden in Italien wirklich kostet und warum manche Hotels über Nacht fast umsonst laden lassen.
4. Wärme aus der Tiefe
Ein Exkurs in die Toskana: In Larderello läuft seit über hundert Jahren das älteste Geothermie-Kraftwerk der Welt und liefert bis heute Strom, rund um die Uhr, wetterunabhängig. Eine Erinnerung daran, dass die Energiewende viele Quellen hat.
5. Quo vadis? Zwischen Gas-Hub und Abhängigkeiten
Italien hat sich in wenigen Jahren vom russischen Gas gelöst — und in neue Abhängigkeiten manövriert: algerisches Gas im Süden, chinesische Solarmodule für die Energiewende. Ein nüchterner Blick darauf, wohin das Land steuert.
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Und was hat das mit uns zu tun?
Mehr, als man denkt. Auch in Italien gibt es immer häufiger Stunden mit so viel Sonnenstrom, dass der Preis an der Börse in den Keller fällt — am 1. Mai 2026 lag er erstmals landesweit für rund sechs Stunden bei null. Wo der Markt den Überschuss nicht mehr abräumt, droht die Abregelung. Genau hier setzt unsere Forderung an: Die zeitliche Erweiterung des §13k EnWG würde diesen Überschussstrom an der Ladesäule nutzbar machen, statt ihn wegzuwerfen. Jede so genutzte Kilowattstunde ist saubere, heimische Energie, die nicht importiert werden muss. Erst nutzen, dann speichern — diesseits und jenseits der Alpen.
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Sonnige Grüße, das Ladefreunde-Team
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