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netztransparenz.de — die Plattform, auf der jede geförderte Anlage öffentlich nachvollziehbar ist

18. Mai 2026 3 min Lesezeit Ladefreunde-Blog

Windräder und Solarpanels bei Sonnenuntergang

Foto: Quang Nguyen Vinh / Pexels

Über das EEG-Konto laufen Milliarden. Wer prüfen will, wohin — muss nicht auf Hochrechnungen vertrauen. Es gibt eine offizielle Plattform, auf der die Zahlungsströme anlagenscharf und monatlich offengelegt werden: netztransparenz.de.

Was netztransparenz.de ist

netztransparenz.de ist die gemeinsame Transparenzplattform der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber — 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW. Diese vier führen das EEG-Konto treuhänderisch und sind gesetzlich verpflichtet, die Mechanik dieses Kontos offenzulegen. Die Plattform ist kein PR-Angebot, sondern eine regulatorische Pflicht: Die gesetzliche Grundlage steht im Erneuerbare-Energien-Gesetz und in den dazugehörigen Verordnungen.

Konkret heißt das: Was an Vergütung und Marktprämie an Anlagenbetreiber ausgezahlt wird, was beim Verkauf des Stroms an der Börse wieder hereinkommt, und wie groß die Differenz (das, was am Ende finanziert werden muss) ist — all das wird hier dokumentiert, nicht geschätzt.

Was man dort findet

Vier Datenebenen sind für die Energiewende-Debatte besonders relevant:

  1. EEG-Konto-Monatsauswertungen. Jeden Monat wird der Kontostand veröffentlicht: Einnahmen, Ausgaben, Saldo. Daraus lässt sich nachvollziehen, ob das Konto im Plus oder Minus liegt — und warum. Genau aus diesen Auswertungen stammen die Schlagzeilen über Überschüsse oder Defizite des EEG-Kontos.

  2. Prognosen. Vor jedem Jahr veröffentlichen die Netzbetreiber eine Vorausschätzung, wie hoch die Auszahlungen werden — aufgeschlüsselt nach Technologie: Photovoltaik, Wind Onshore, Wind Offshore, Biomasse, Wasserkraft, Geothermie. Diese Prognose ist die Quelle für Sätze wie „die Hälfte der Förderung geht an Solar".

  3. Bewegungs- und Stammdaten der Anlagen. Hier wird es granular: Geförderte Anlagen sind mit ihren Kenndaten und den geleisteten Zahlungen erfasst, rückverknüpfbar über die Nummer aus dem Marktstammdatenregister. Das ist die einzige Ebene, auf der sich theoretisch nachvollziehen lässt, welche einzelne Anlage wie viel erhalten hat.

  4. Daten zur Umlagen- bzw. Zuschuss-Finanzierung. Bis Mitte 2022 wurde die Lücke des EEG-Kontos über die EEG-Umlage auf den Strompreis gedeckt; seitdem über den Bundeshaushalt. Beide Mechaniken sind hier dokumentiert.

Warum diese Plattform ein Argument ist

In der Debatte über Erneuerbaren-Förderung fällt regelmäßig das Wort „intransparent". Die Plattform ist das sachliche Gegenargument: Die EEG-Förderung gehört zu den am gründlichsten offengelegten staatlich veranlassten Zahlungsströmen in Deutschland. Wer behauptet, „niemand wisse, wohin das Geld fließt", muss erklären, warum eine monatlich aktualisierte, gesetzlich vorgeschriebene und öffentlich abrufbare Datenbasis nicht genügt.

Für unsere Argumentation ist das doppelt nützlich:

Die Grenze der Plattform

Eine Einschränkung gehört zur Ehrlichkeit dazu: Die Daten sind anlagenscharf, aber nicht konzernscharf aggregiert. Es gibt keine offizielle Tabelle „Konzern X hat insgesamt Y Milliarden aus dem EEG-Konto erhalten" — denn ausgezahlt wird an zehntausende Einzelanlagen, nicht an Muttergesellschaften. Eine Zuordnung zu Konzernen wäre nur über aufwendige Eigentums-Recherche pro Anlagennummer möglich. Wer also Schlagzeilen über „den einen großen Profiteur" liest, sollte fragen, auf welcher Aggregationsebene diese Aussage beruht.

Das ändert nichts am Kern: Die Rohdaten liegen offen. Transparenz ist hier keine Forderung mehr — sie ist bereits eingelöst. Die offene Frage der Energiewende ist nicht, wohin der geförderte Strom-Euro fließt. Sie ist, ob der bereits bezahlte Strom in den Überschussstunden auch genutzt statt abgeregelt wird.

Quellen

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